Bäume

1. Magnolie oder Lilienbaum

Die schönsten und beliebtesten Pflanzen im Garten sind die Magnolien, die im zeitigen Frühjahr vor der Frontfassade und dem Nordflügel der Bischofresidenz blühen. Die ersten Magnolien wurden höchstwahrscheinlich zu Beginn des vorigen Jahrhunderts gepflanzt. Eine Fotoaufnahme aus dem Jahr 1933 zeigt bereits einen wahren „Wald“ von Blüten, der die Fenster im Erdgeschoss des Palais verdeckt. Die Japanische Magnolie (Magnolia kobus) mit ihren weißen Blüten, die im Garten des Bischofspalais wächst, ist in ihrem Ursprungsland das Symbol der Reinheit. Die Magnolie mit den großen rosa Blüten (Tulpen-Magnolie, Magnolia x soulangeana) dagegen ist eine 1820 gezüchtete Kreuzung, benannt nach ihrem Züchter Etienne Soulange-Bodin (1774-1846).

2. Eibe

Die meisten dieser Bäume sind 1908 als Hecke gepflanzt worden und verdanken ihre heutige Größe schlicht dem Mangel an pflegendem Rückschnitt während der Jahrzehnte des Kommunismus. Mit Ausnahme des Samenmantels sind alle Teile von Taxus baccata stark giftig. Die Gewöhnliche Eibe wächst langsam; wenn sie nicht angegriffen wird, kann sie mehrere tausend Jahre leben. Sie verträgt keine Verpflanzung, hält aber dem Beschneiden gut stand. Im Garten des Barockpalais befinden sich viele wertvolle Eibenexemplare, die durch intensiven Beschnitt neue Zweige hervorbringen und blattreiche Kronen entwickeln.

3. Türkische Haselnuss

Im Garten des Barockpalastes gibt es drei Exemplare, die ungefähr hundert Jahre alt sind und an den Seiten des Haupttors platziert wurden. Die Corylus colurna, auch bekannt als „Levantiner Haselnuss“, ist in der Türkei weit verbreitet, aber auch in Südosteuropa, im Nord-Iran und im Kaukasus beheimatet. Ihre Frucht ist einer beliebten Zutat in Süßwaren geworden. Gärtner betrachten sie als einen der schönsten Zierbäume in Parks. In Rumänien ist der Haselnussbaum in den unteren Südkarpaten, in Richtung Donau, auf einer Seehöhe von 400-600 m zu finden. Im Garten des Barockpalastes gibt es drei Exemplare, die ungefähr hundert Jahre alt sind und an den Seiten des Haupttors platziert wurden.

4. Stieleiche

Im Englischen Park erhebt sich als ältester Baum des Gartens eine 180 Jahre alte, 29 Meter hohe Eiche, die 1838 gepflanzt wurde. Die Eichel, die in einem becherförmigen Deckel wachsende Frucht, hängt an einer Art langem Stängel (ungar. kocsány = Stiel), der auch im Ungarischen der Eiche ihren Namen gibt (kocsányos tölgy = Stieleiche). Wegen des ehrwürdigen Alters musste der Stamm des Baumes 2019 gestützt werden.

5. Geweihbaum

Der Geweihbaum des Parks war lange Zeit das Symbol des amerikanischen Bundesstaates Kentucky und Kanada. Die gerösteten Samen wurden von den Siedlern als Kaffeeersatz verwendet, weshalb er auch als Kentucky-Kaffeebaum bezeichnet wird. In der Volksmedizin nimmt man an, dass die gerösteten Samen Fieber und Kopfschmerzen lindern und auch dazu dienen können, den Stuhlgang zu regulieren. Aus seinen Früchten bereiten die Indianer auch Seife zu. Der Geweihbaum ist eine hierzulande selten gepflanzte exotische Art und somit ein besonderer Baum des Parks.

6. Riesenmammutbaum

Um 1878 wurden auch im Garten des bischöflichen Palais drei große Mammutbäume gepflanzt, die wegen ihrer Seltenheit unter Naturschutz stehen. Trotz ihres vergleichsweise geringen Alters sind sie mit einem Stamm-Umfang von 3 bzw. 3,7 Metern und ihren zum Himmel ausgestreckten Kronen die größten Bäume des Parks. Das älteste existierende Exemplar ist über dreitausend Jahre alt, fast 100 Meter hoch und wiegt etwa 1000 Tonnen. Aufgrund der Verstaatlichung und Umwidmung eines Teils des Geländes stehen die drei Mammutbäume heute auf dem benachbarten Schulhof.

7. Ginkgo - Ginkgo biloba

Gingko biloba ist ein lebendes Fossil, die Art überlebte die letzte Eiszeit und ist mit einem Alter von 65 Millionen Jahren die älteste noch lebende Pflanzenart der Erde. Der Ginko ist der heilige und heilende Baum der buddhistischen Mönche. Er verbreitete sich von China aus und wird seit 1738 auch in Europa gern angebaut. Die Pflanze kann bis zu tausend Jahre alt werden. Die bis zu 50 Meter hohen Bäume zeichnen sich durch eine breite Krone aus und verlieren im Herbst ihre fächerförmigen Blätter. Im Garten des Bischofspalastes gibt es einen „Hundertjährigen“, und einen „Zwanzigjährigen“, während der Rehabilitation des Gartens vermehrte sich ihre Zahl.

8. Amerikanischer Amberbaum / Seesternbaum

Liquidambar styraciflua ist ein aufgrund seiner schönen Form und der reichen, im Herbst rötlich werdenden Krone in Parks ein beliebter Baum. Das Besondere dieses Baumes besteht darin, dass aus seinem abgeschälten Stamm ein duftendes Harz fließt, das als Grundmaterial für die Herstellung von Kaugummi und Kosmetika dient. Im Garten des Bischofspalais wächst nur ein einziges junges Exemplar dieses exotischen Baumes.

9. Roteiche

Roteiche ist ebenfalls in den Ländern Nordamerikas heimisch; vermutlich wurde der Baum um 1868 im Hof des Palais gepflanzt. Heute ist er ein 24 Meter hoher Riese mit einem Stamm-Umfang von 370 cm. Im Herbst verfärben sich die Blätter rotbraun und geben so dem Baum seinen Namen.

10. Gemeine oder Weiße Rosskastanie

Die Exemplare von Aesculus hippocastanum wurden 1878 im Innenhof gepflanzt, ihre riesigen Blüten, die Blumensträußen ähneln, die Blätter wie Finger einer Hand und nicht zuletzt ihre große Krone sind Gründe für ihre Beliebtheit in Parks. Sie gehören zu den ältesten Bäumen im Barockgarten und sind aufgrund ihres Alters ein sorgfältig gehütetes Erbe.
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